Ein Cyberangriff kann jeden treffen, egal ob großes oder kleines Unternehmen. Selbst Privatpersonen sind davor nicht geschützt. Problematisch wird es allerdings wenn durch einen Cyberangriff nicht nur das entsprechende Unternehmen betroffen ist, sondern auch die Kunden des Unternehmens und die Kunden der Kunden.
Wie im Falle von Portraitbox.
Was bei Porträtbox passiert ist
Laut öffentlichen Informationen kam es im Mai 2026 zu einem Fremdzugriff auf Systeme und Daten. Dabei sollen diese Daten heruntergeladen und teilweise von den Servern von Portraitbox gelöscht worden sein.
Ob dabei auch personenbezogene Daten von Fotografen und deren Kunden dabei waren, ist nicht bekannt kann aber auch nicht ausgeschlossen werden. Insbesondere für Schul- und Kindergarten Fotografen ist es besonders belastend, da sie neben den rein rechtlichen Problemen und Erklärungsnot gegenüber den Eltern, noch zusätzlich unter emotionalem Druck stehen.
Und oft können Fotograf:innen die Fragen ihrer Kunden nach solch einem Vorfall nicht wirklich beantworten, weil sie selbst erstmal verstehen müssen was genau passiert ist und vielleicht auch garnicht wissen, wo überall die Bilder und Daten vom Anbieter hinterlegt und gespeichert wurden.
Fotograf:innen stehen in der Verantwortung
Wie bitte? Warum können Fotograf:innen dennoch mit verantwortlich gemacht werden, wenn Daten durch einen Cyberangriff auf einen Dienstleister gestohlen werden?
Ein Unternehmen, auch eine selbständige Fotografin oder ein Fotograf, entscheidet welche Daten zu welchem Zweck verarbeitet werden und auf welche Tools und Anbieter sie dafür zurückgreifen. Das gilt auch wenn man einen Drittanbieter nutzt. Darum gibt es zum Beispiel einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO ist eine rechtliche Vereinbarung, die erforderlich ist, wenn ein externer Dienstleister personenbezogene Daten im Auftrag und nach Weisung verarbeitet. Und Fotos sind personenbezogen Daten.
Mehr Kontrolle und Sicherheit
Der Fall von Portraitbox zeigt wie wichtig es sein kann bestimmte Prozesse und Abläufe Inhouse zu behalten und sich nicht vollständig auf Tools und Plattformen von Drittanbietern zu verlassen.
Ich selbst achte darauf dass so wenig wie möglich extern verarbeitet werden muss. Das gilt insbesondere für meine Bilder. Mal ehrlich: Wir bestehen so oft darauf dass wir die Urheber unserer Arbeit sind, beschweren uns wenn andere diese unrechtmäßig für sich nutzen und hüten alles wie einen goldenen Schatz. Stunden der Arbeit, persönliche Note und Kundenbetreuung.
Aber um ein Bild zu drucken oder in einer Galerie darzustellen, gibst du alles ab, mietest deine eigene Arbeit und verlässt dich darauf das jemand mit den Bildern deiner Kunden, im Falle von Kindergarten oder Schulen sogar Minderjährige, verantwortungsvoll umgeht?
Du merkst, das passt nicht zusammen. Gib deinen Kunden wieder mehr Sicherheit. Gib dir wieder mehr Kontrolle. Überprüfe welche Drittanbieter du wirklich brauchst, welche du aus Faulheit buchst und welche aus Unwissenheit.
Und so wie du dich fortbildest um besser zu fotografieren oder Geld in neue Ausrüstung steckst, so solltest du in dich und dein Wissen rund um andere Technik und IT investieren. Dann merkst du wie viel du nach kurzer Zeit wieder selbst anbieten kannst, ohne Angst um deine Daten oder die deiner Kunden zu haben.
Cheers,
Andreas
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